Bilsenkraut – das Hexenkraut

Bilsenkraut gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanacaea). Der lateinische Name lautet Hyoscyamus niger – die korrekte Übersetzung daher Schwarzes Bilsenkraut. Der ursprünglich griechische Name leitet sich aus hys (Schwein, Sau) und kyamos (Bohne) ab. Die genaue Herkunft des deutschsprachigen Namens ist unbekannt. Erwähnt wird das Bilsenkraut literarisch schon sehr früh, so bei Homer in der Illias.

Die medizinische Verwendung lässt sich zuerst in einem altbabylonischen Rezept nachweisen, weiterhin in den Schriften bei Hippokrates und Dioskurides. Die Wirkungen des Bilsenkrauts waren bereits in der Antike bekannt und so wurde die Pflanze für medizinische Zwecke benutzt, wie auch zur Anwendung in magischen Ritualen und bei Sympathiezaubern.

Die Verbreitung des Bilsenkrautes

Ursprünglich stammt das Bilsenkraut aus dem europäischen und asiatischen Raum, die Verbreitung erfolgte weiterhin bis hin nach Ägypten und in den Iran. Mittlerweile ist es auch in Nordamerika und Australien zu finden. Die Pflanze wächst bis auf Höhen von 1900 Meter über dem Meeresspiegel auf so genannten Ruderalflächen, also beispielsweise Wegesrändern und Kiesflächen, aber auch auf Müllhalden.

Nachtschattengewächse

Nicht alle Nachtschattengewächse sind Giftpflanzen. Der Mensch hat einige davon als Nahrungsmittel kultiviert, wie beispielsweise Kartoffeln, Tomaten, Paprika oder Auberginen. Giftig sind hingegen die Bilsenkräuter (Hyoscyamus), die Stechäpfel (Datura), Tollkirschen (Atropa) und Engelstrompeten (Brugmansia) und einige weitere.

Ursprünglich stammt das Bilsenkraut aus dem europäischen und asiatischen Raum

Ursprünglich stammt das Bilsenkraut aus dem europäischen und asiatischen Raum

Wirkstoffe und verwendete Teile

Die pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe im Schwarzen Bilsenkraut sind Tropanalkaloide Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin. Verwendet werden die Blätter, Samen oder Wurzeln. Die Konzentration der Wirkstoffe ist in den Wurzeln und Samen höher als in den Blättern. Bereits 0,5 Gramm Blätter sind giftig. Mit der Trocknung steigt die Konzentration des Atropins darin an. Die Tropanalkaloide wirken allgemein krampflösend und beruhigend.

Das im Bilsenkraut enthaltene Atropin ist geringer konzentriert, als beispielsweise in der Tollkirsche. Vergiftungserscheinungen sind beim Menschen durch Verwechslung mit Nahrungspflanzen eher unwahrscheinlich – eher jedoch durch Selbstversuche und fälschlichen Gebrauch. Für Weidetiere kann jedoch bei der Aufnahme entsprechender Mengen Gefahr bestehen.

Das Zauberkraut – die Verwendung von Bilsenkraut in der Magie und für den Rausch

In der antiken Medizin wurden Bestandteile des Bilsenkrautes bei Schmerzzuständen und zur Lösung von Krämpfen verwendet. Auch nutzte man den inhalierten Rauch bei Atemstörungen. Zweifelhafte Berühmtheit erhielt die Pflanze in den Hexenprozessen der Neuzeit. Die Wirkstoffe des Bilsenkrautes können halluzinogene Zustände auslösen. So wurden die Teile der Pflanze mit weiteren Zutaten zu den so genannten Hexensalben verarbeitet. Hierdurch wurden vielfältige Halluzinationen ausgelöst. Die Erzählungen von Hexen auf fliegenden Besen, die an einem Fest auf dem Blocksberg teilnahmen, folgern aus den Berichten über die Auswirkungen der Anwendung der Salbe.

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