Der Stechapfel

Vom Nachtschattengewächs Stechapfel gibt es etwa 20 verschiedene Giftpflanzen. Ähnlichkeit mit ihm hat das weniger giftige Bilsenkraut. Der Weiße Stechapfel ist in Mitteleuropa verbreiteter Vertreter der Gattung, die Datura genannt wird, von Hildegard von Bingen erstmals erwähnt wurde und Wirkstoffe narkotisierender, euphorisierender und bewusstseinsverändernder Art hat.

Ausprägung und Formen

Der krautartige Stechapfel zählt zu den Giftpflanzen. Er ist nur einjährig, wird bis zwischen 1 oder 2 Meter hoch, kommt in unterschiedlichen Formen vor, z.B. verschieden behaart, aufrecht oder liegend und mit unterschiedlich eiförmigen Blättern und gezähnten Rändern mit zugespitzter Blattspitze. Die ältere Pflanze verändert oft ihre ursprüngliche Ausprägung. Die stark duftenden Blüten formen einen zylindrischen, bis zu ungefähr 15 mm langen Kelch und besitzen mehrere zugespitzte Kelchlappen oder Kelchzähne. Die sich abends öffnende trichter- oder trompetenförmige Blütenkrone ist in der Farbe weiß, lavendel oder violett.

Die Früchte des Stechäpfels sind ei- oder kugelförmige Kapseln, die aufrecht oder zurückgebogen an der Pflanze stehen und an Klappen aufspringen. Sie haben unzählige verschiedenartig geformte, scharfe Stacheln, die zum Gattungsnamen führten. Datura kommt über das Portugiesische aus einer indischen Sprache. Den Name gab es bereits im Sanskrit. Herkunft des Kosmopoliten Stechapfel kann Asien oder auch Amerika sein und zu finden ist er nur nicht in polaren und subpolaren Zonen.

Der Stechapfel galt auch oft als Aphrodisiakum

Der Stechapfel galt auch oft als Aphrodisiakum

Bedeutungen und Verwendung

Der Stechapfel hat in diversen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. Im nativ-amerikanischen Bereich wird er bei manchen religiösen Zeremonien und Ritualen und auch im Medizinischen eingesetzt. Er ist seit Jahrtausenden Heilkraut z.B. gegen Asthma und wird mittlerweile auch modern therapeutisch z.B. bei Infektionen, Schmerzen wie Neuralgien, Krämpfen und auch Epelepsie genutzt. Bei der weltweit ersten Operation mit Narkotikum wurde er in Japan als Narkotikumbestandteil verwendet.

Er galt auch oft als Aphrodisiakum und ist zudem eine bewusstseinsverändernde Droge mit stark halluzinatorischer Wirkung, wie auch die Tollkirsche oder das Bilsenkraut. In Westeuropa hat der Stechapfel weniger Bedeutung, in Osteuropa und Russland hingegen wird er teils umfangreich pharmazeutisch gesehen. Als Teufelskraut oder Hexenpflanze angesehen, die im 15. Jahrhundert von den Zigeunern von Westasien nach Europa gebracht wurde, war er einstmals als Orakelpflanze im Aberglaube wichtig. Heute ist der Stechapfel meist als Zierpflanze vorhanden.

Toxizität

Alle Stechapfel-Arten sind komplett giftig, (früher zählte auch die Engelstrompete zu ihnen, die heute aber eine eigene Gattung ist) besonders jedoch in Wurzel und Samen enthalten sie Alkaloide wie Atropin und Scopolamin. Der Weiße Stechapfel wird zur Gewinnung der Alkaloide benutzt. Die therapeutische Breite des Stechapfels, in Deutschland teilweise als Ackerunkraut bezeichnet, gilt eher als schmal. Aufgrund der hohen Toxizität der Pflanzenstoffe, treten bereits bei geringer Dosierung starke bis teils tödliche Vergiftungserscheinungen auf. Am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wurde die pharmazeutische Droge, die in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, sondern dem Arzneimittelgesetz, als negativ bewertet.

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