Welche Giftpflanzen gibt es?

Allgemeines

Obwohl Deutschland zunächst nicht durch seine große Auswahl an Giftpflanzen bekannt ist, gibt es doch eine Reihe Gewächse, deren Verzehr oder Berührung unangenehme bis tödliche Auswirkungen haben kann.

Grundsätzlich gilt, dass keine unbekannten oder nicht sicher bestimmten Pflanzenteile oder Beeren gegessen werden sollten. Zusätzlich ist ein Überblick wie folgender über die wichtigsten heimischen Pflanzen hilfreich.

Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse (Solanaceae) sind weit verbreitete Giftpflanzen, deren Vertreter allesamt mehr oder weniger stark toxisch sein können (bis auf einige Ausnahmen, wie beispielsweise Kartoffeln, Tomaten, Paprika). Ihre Giftigkeit erhalten sie durch eine Mischung verschiedener Alkaloide wie Atropin, Saponin oder Scopolamin, deren Aufnahme bereits in geringer Dosis für Erwachsene und sehr geringer Dosis für Kinder tödlich ist. Zunächst treten dabei Symptome wie Verwirrtheit und Herzrhythmusstörungen auf, später kommt es zur Bewusstlosigkeit und finaler Atemlähmung. Zusätzlich besteht eine gewisse Rauschwirkung, die bei leichteren Vergiftungen mehrere Tage lang anhalten und zu dauerhaften Nervenschäden führen kann.

Einige dieser Eigenschaften wurden in der Vergangenheit und Gegenwart bewusst genutzt um Halluzinationen hervorzurufen, andere werden (z.B. Atropin) in geringeren Konzentrationen in der Medizin eingesetzt. Die Wirkstoffe finden sich normalerweise in den gesamten Giftpflanzen, können aber, je nach Art, in einzelnen Teilen (v.a. Wurzeln und Samen) stärker angereichert sein. Hierzulande zählen zu ihren wichtigsten Vertretern: Engelstrompete (Brugmansia), Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna), Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) und Stechapfel (Datura).

Eisenhut gehört zu einer der gefährlichsten Giftplanzen

Eisenhut gehört zu einer der gefährlichsten Giftplanzen

Andere

Andere europäische Giftpflanzen sind die Europäische Eibe (Taxus baccata) durch Taxin B, die Einbeere (Paris quadrifolia), die besonders für Kinder durch ihre Verwechslungsgefahr mit Blaubeeren ein Risiko darstellt, sowie die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Letztere wird häufig mit Bärlauch verwechselt oder zusammen mit Heu abgemäht, wobei das in ihr enthaltene Colchizin sie zu einem ausgesprochen potenten Angehörigen der Giftpflanzen macht.

Zu den mit Sicherheit gefährlichsten Giftpflanzen gehören der Gefleckte Schierling (Conium maculatum), historisch bekannt durch den Schierlingsbecher, sowie alle Arten der Gattung Eisenhut. Im Falle beider, reichen wenige Gramm verzehrter Pflanzenteile aus, um eine tödliche Wirkung zu erzielen. Zuletzt ist der Riesen-Bärenklau (Heracleum giganteum), ein Neophyt aus dem Kaukasus, zu nennen. Dieser zählt zwar nicht zu den tödlichen Giftpflanzen, enthält jedoch ein Kontaktgift, das bereits bei Berührung in Verbindung mit Sonnenlicht zu schmerzhaften Ausschlägen bis hin zu ernsthaften Kreislaufproblemen führt.

Maßnahmen

Im Umgang mit einer vergifteten oder möglicherweise vergifteten Person sollte man auf die Anwendung diverser Hausmittel wie Milch oder Versuche, diese zum Erbrechen zu bewegen, verzichten. Insofern das Gift nicht bekannt ist, kann der erneute Durchgang durch Speiseröhre und Mund weitere Schäden verursachen, zumal die Gefahr des Erstickens bei Einatmung von Erbrochenem besteht. Ist keine rasche Hilfe möglich, empfiehlt sich die Gabe von Kohletabletten. Abgesehen davon sollte grundsätzlich umgehend der örtliche Giftnotruf und der Notarzt informiert werden. Sollte die Art der Giftpflanzen nicht bekannt sein, können Blätter, Blüten und Beeren mitgenommen werden, um sie bestimmen zu lassen, allerdings müssen dabei unbedingt Handschuhe getragen werden.

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